Das Werden der Korporation Sursee

Die Korporationsgemeinde Sursee entstand aufgrund der Neuregelung der Gemeinden durch die neue Verfassung des Kantons Luzern, das so genannte Organische Gesetz von 1831. Es verteilte die Aufgaben auf die Einwohner-, Ortsbürger- und Korporationsgemeinde. Die Korporationsgemeinde Sursee besass in den ersten Jahren ihres Bestehens als Nachfolgerin der Bürgerschaft der alten Stadt nicht nur das Allmendland und die Waldungen, sondern auch sämtliche öffentlichen Gebäude der Stadt, wie das Rat- und Markthaus, Tore und Türme, das Schützenhaus sowie die Waschhäuser und die Gebäulichkeiten des Kapuzinerklosters. Infolge Streitigkeiten fand 1839 eine Güterausscheidung statt.

Streckeburger, Ehrenbürger und ihre besonderen Rechte
Wie andernorts nannte man auch in Sursee die Korporationsbürger als Berechtigte am alten Gemeingut „Streckeburger“ oder „Chnebelburger“. Ursprünglich musste ein Bürger 24 Jahre alt sein und aus einer traditionellen Surseer Bürgerfamilie stammen, um in den Genuss des Korporationsgutes zu kommen. Später wurde dieses Alter auf 20 Jahre herabgesetzt. Am 1. Januar 1996 wurde das Alter nochmals von 20 auf 18 Jahre herabgesetzt, um in den Genuss des Korporationsgutes zu kommen (so genanntes Mündigkeitsalter). In den vergangenen Jahren hingegen hat man für Nachkommen ehemaliger Korporationsbürger die Aufnahme erleichtert, um die Bürgerschaft zu verjüngen. Geleitet und verwaltet wird die Korporationsgemeinde Sursee durch einen Korporationsrat von fünf Mitgliedern, wobei das fünfte Mitglied gleichzeitig als Korporationsschreiber/in amtet.



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Korporation Sursee